Verkaufen oder vermieten wir Links?

August 12, 2008 in Verschiedenes

Es wird viel darüber geschrieben, dass Google und Co. gemietete oder gar gekaufte Links als Verstoss ansehen und diese deshalb hart bestrafen. Nun stellt sich die Frage, ob es wirklich so ist, dass sich alle daran halten?

Ich behaupte Nein!

Denn wie sollte es sonst möglich sein in hart umkämpften Branchen wie der bei Versicherungen oder gar Sexseiten einen guten Platz zu ergattern? Gar nicht! Auch wenn alle SEO Optimierer felsenfest behaupten, dass sie nie Links mieten oder kaufen würden, sie tun es alle. Verwerflich finde ich es nicht, möchte aber auch nicht dazu aufrufen, denn die Gefahren einer Abstrafung sind enorm groß und wer möchte seinem Auftraggeber erklären wie das passieren konnte? Wie ich schon in meinem Beitrag vermutet habe, versuchen viele unsaubere Tricks, um so zum Erfolg zu kommen, was auch jeder für sich entscheiden muss.

Also fassen wir zusammen:

  • Jeder SEO-Profi macht seinen Job so gut es geht.
  • Manchmal muss er Tricks anwenden, die grenzwertig sind
  • und sie dem Auftraggeber nie erzählen würde
  • somit erreicht er sein Ziel
  • und eventuell fühlt er sich schlecht dabei

Ich vertrete hier vielleicht seltsame Thesen, aber das ist meine Erfahrung und bin gerne bereit andere Meinungen zu akzeptieren. Wie heisst es so schön, besondere Gegebenheiten erfordern besondere Vorgehensweisen.

Wie seht ihr das?

Links, links kaufen, links mieten,  

  10 Kommentare

« Comments

12. August 2008

Das Keyword und die Mitbewerber spielen eine wichtige Rolle für den Aufwand der betrieben werden muß. Für mich gibt es eine Faustformel für den Wert guter SUMA: Besucher*adwords-Klickkosten-1.

Je größer die Summe die hier herauskommt, je schwerer wird es sauberen Methoden zu erreichen. So kann es schnell zu Gegebenheiten kommen die es erfordern auchmal den schwarzen Hut aufzusetzen.

12. August 2008

Ola!

“Verkaufen” ist vielleicht einfach ein zu hartes Wort um “Links die zu mehr Information führen” sauber von “Links die für die eine Gegenleistung erbracht wurde/wird” zu trennen/unterscheiden.

Was Google nicht mag, sind ja ausschliesslich Links, für die (quasi)monetäre Leistungen erbracht werden – also bezahlte Links, PR-basierter Linktausch u.Ä. Andererseit mag Google Links, mit denen eine inhaltliche Erweiterung verknüpft ist. So wie der Link zu diesem Kommentar.
Zwar ist das Linkziel thematisch nicht passend, aber mit meiner “Arbeit”, für die ich den Link kriege, gelingt es mir (im besten Falle) den Inhalt der linkgebenden Seite zu erweitern/ergänzen. Die von mir fürs Kommentieren aufgebrachte Arbeit, macht es aber streng genommen zu einem bezahlten Link. Er wäre ja nicht da, wenn ich meine Manpower nicht “für einen Link” verkaufen/vermieten würde.

Um die in der Überschrift aufgeworfene Frage zu beantworten – JA! Wir alle verkaufen/vermieten Links. Nur machens manche nich direkt mit Geld.

Warum das “mit Geld bezahlen für das ich gearbeitet habe” moralisch schlechter sein soll, als das “Arbeiten ohne das Geld fliesst” ist mir schleierhaft, wenn am Ende ein gleichwertiger Link entsteht.

Mit hanfigen Grüßen
Steffen

12. August 2008

Ich glaube eher, dass Google so eine Art Index führt, auf der Seiten gelistet sind, die mit unsauberen Mitteln gepusht wurden. Wenn du so eine Seite verlinkst (ggf. populär oder mehrfach), dann bist du dran.

netwriter
12. August 2008

Es wäre ja auch fatal, wenn es anders wäre. Die Affiliate-Programme sind ja auch nichts anderes. Der Affiliate setzt gegen Zahlung von eventuellen Clics, Views oder Leads einen Tektlink oder Banner auf seine Website.
Das ist doch auch vom Prinzip her ein gekaufter Link.

Wenn es das nicht gäbe, ginge eine ganze Internetindustrie unter – so what? Und was macht Google mit seinen Adwords auf den Content-Partner-Seiten? Ist doch im Prinzip dasselbe.

Ergo: Lasst uns nicht über gekaufte Links referieren, die ganze Internetwirtschaft lebt davon.

Gruß vom

Netwriter

12. August 2008

„Denn wie sollte es sonst möglich sein in hart umkämpften Branchen wie der bei Versicherungen oder gar Sexseiten einen guten Platz zu ergattern? Gar nicht!“

Das ist sehr wohl möglich und funktioniert fast immer genau so, wie der normale Linkaufbau auch. Es ist allerdings, ohne Zweifel, deutlich schwerer und damit auch deutlich *teurer*.

Guter Linkaufbau (versus: ich setz mir mal ein paar Schüler hin, die die Blogs und Foren zuspämmen) verschlinkt Unmengen an Zeit, den die meisten Auftraggeber nicht bereit sind zu bezahlen.

Ein Beispiel:

Wenn ich für die Versicherungsseite keinen direkten Link bekommen kann, dann baue ich eben in einer anderen Nische eine Seite auf, bei der es einfacher ist Links zu bekommen. Sobald die Seite etabliert ist (und das kann schonmal viele Wochen bis mehrere Monate dauern), setze ich von dort aus Links auf meine Versicherungsseite. So ein Link kostet dann eben (einmalig!) ein paar Tausend Euro. Das ist sehr teuer, aber unter Umständen das Geld wert. Denn gerade in der Finanzbranche ist der Return manchmal sehr hoch.

Das Entscheidene ist jedoch der Aufwand einer solchen Kampagne, denn ich muss diese und andere Strategien mehrfach über einen Zeitraum von 6-12 Monaten durchführen. Wenn also das monatliche Investitionsvolumen bei, sagen wir, 10.000 Euro netto liegt, dann sprechen wir hier von einem Jahresbudget von 120.000 Euro. Kein Pappenstil. Aber, und das ist das Entscheidende, für solch ein Budget können sich Spitzenleute in Ruhe hinsetzen und gute, saubere Strategien entwickeln um implementieren.

In den USA (bzw. im englischsprachigen Raum) ist das überhaupt nichts Ungewöhnliches mehr. In Deutschland stehen wir hier erst am Anfang. Ich merke es ja immer wieder bei der Aquise. Den meisten Interessenten schlackern nur noch die Ohren, wenn ich darüber rede, was eigentlich notwendig ist, um langfristig auch in harten Branchen Erfolg einzustreichen. Glücklicherweise gibt es immer mehr, die das verstehen. In den nächsten 3-5 Jahren werden das viele andere Unternehmer auch endlich kapieren. Außer natürlich, dass alles bis dahin noch teurer, weil wertvoller, werden wird.

Die Dienste von z.B. Aaron Wall kosten nicht umsonst 6-30k $ im Monat: http://www.clientsidesem.com/seo-sem-services/management/

Eine 1,5 stündiges Telefonat ist schon ab 1200$ zu haben: http://www.clientsidesem.com/seo-sem-services/professional-consultation/

Wenn man es richtig macht, dann braucht man eben doch keine Kauflinks. Diese sind IMHO sowieso nur ein Quickfix.

Von meinem Namen aus habe ich auf meine Linkaufbau-Seite verlinkt (wenn es mir vergönnt bleibt), von der aus auch mein Linkaufbauartikel verlinkt ist. Dort stehen für den Interessierten mehr als genug Strategien drin.

Viele Grüße
Saša

13. August 2008

Ohne Linktausch/Linkkauf geht es bei starken Kewords nicht. Mag sein, dass sich ein eigenes Projekt durchaus lohnt, aber selbst da hat man letztendlich laufende Kosten, wenn man es aktuelle und somit profitabel halten will. Dazu kommen noch die Kosten für Aufbau, Design, Pflege, ..

Es ist durchaus nicht verkehrt, solche Projekte zum Linkaufbau einzusetzen, aber trotzdem wird es niemals den Linkkauf/ die Linkmiete ganz verdrängen können, weil es viel einfacher, schneller und kostengünstiger ist, einfach eine passende Seite zu suchen und dem Betreiber nen monatlichen Betrag anzubieten – oder halt Services wie Linklift, teliad, TLA, etc.. zu nutzen

SO
13. August 2008

Hallo zusammen,

danke für die rege Beteiligung.Ich lese das alles aus dem Urlaub. Dennoch muss ich sagen, dass ich der Auffasung bin, dass ohne Kohle bei hart umkaempften Keys nicht viel zu machen ist. Grüsse aus der Türkei…

13. August 2008

@Pascal

Viel Spaß dabei, wenn du deinen Kunden dann in Zukunft erklären musst, warum der ganze (gekaufte) Linkaufbau nichts bringt/gebracht hat. Vor allem, wenn es um Linkaufbau für topseriöse Projekte geht. Und dazu zähle ich auch eine Versicherungsvergleichs-Website, die schon tägliche Einnahmen von 3000 Euro hat.

Rein hypothetisch. Wenn dich so jemand wie stern.de heute mit Linkaufbau beauftragen würde, würdest du dann allen Ernstes vorschlagen, dass die Links kaufen sollten?

Du sprichst von Kosten. Natürlich hat jedes Projekt Kosten. Das Problem, was sich bei mir in der Praxis oft zeigt, ist, dass Kunden unrealistischerweise erwarten, dass sich der Linkaufbau schon nach 2 Wochen auszahlt. (Tun Sie übrigens auch bei der Website). Linkaufbau ist halt kein Google Adwords. Diese Denke ist in den meisten Fällen völlig an der Realität vorbei.

Wenn man einem Projekt 6-12 Monate Zeit gibt, um sich zu entwickeln *und* die entsprechende Arbeit reinsteckt, dann ist Linkkauf absolut nicht notwendig. Nicht jeder hat jedoch so einen langen Atem…

Oder man redet von kleinen Hobbyprojekten oder Blackhat-Sachen, dann sieht das vielleicht anders aus. Kann ich aber nichts zu sagen, weil ich mich da nicht auskenne ;)

Viele Grüße
Saša

[...] aber ohnehin wieder gegenseitig auf), und Webdesign Frankfurt deckt in bester Wallraff-Manier die Doppelmoral der SEOs auf: Es wird viel darüber geschrieben, dass Google und Co. gemietete oder gar gekaufte Links [...]

SO
21. August 2008

Es ging mir gar nicht darum zu hinterfragen, ob Links bezahlt werden oder nicht, denn jeder SEOler weiß, dass in gewissen Themenbereichen Links bezahlt sind. Also möchte ich auch nicht darüber diskutieren, sondern vielmehr aufklären. Ebenfalls ist es auch legitim damit Geld zu verdienen, denn wo keine Nachfrage, da kein Angebot. Mir war es wichtig darauf hinzuweisen, dass viele Optimierer damit arbeiten obwohl Tante G was dagegen hat und dennoch klappt es.

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