SUMA oder der Griff ins Blaue

In letzter Zeit wundere ich mich über die Kollegen der Suchmaschinenoptimierung.

Da erhalte ich Anfragen, was es denn kosten würde eine Website auf die erste Seite bei Google zu bringen. Meine Antwort lautet wie bei einem Anwalt: “Es kommt darauf an…”. Auch wenn es seltsam klingt, es ist wirklich so, dass man differenzieren muß. Ich erkläre dem Kunden das am Beispiel eines PKWs.

“Möchten Sie einen Daimler oder reicht Ihnen ein Ford?”.

Warum sollte jemand einen Daimler bestellen, wenn er ihn gar nicht benötigt? Dies mag einfach klingen, aber ich versuche dem Kunden zu erklären, ob er überhaupt einen Top-PKW benötigt, oder ob es in seinem Fall völlig ausreicht einen Mittelklassewagen zu erwerben. Dies klingt paradox, wo man meinen sollte, dass ich doch möglichst versuchen sollte das Maximum aus dem Auftrag herauszuholen.

Falsch!

Warum sollte ich einen Kunden dazu überreden etwas zu bezahlen, was er nicht benötigt? Bei der Suchmaschinenoptimierung bei der Keywords wie Versicherung, PKW oder gar Viagra zu optimieren sind reden wir über ein Jahresbudget von mindestens 50 – 100 tausend Euro. Ja Sie haben richtig gelesen. Glaubt jemand im Ernst, dass sich das ein kleines, mittelständisches Unternehmen leisten kann oder möchte?

Also wir fahren mal die Gewinnoptimierung des SEO’lers etwas herunter. Warum sollte ein Unternehmen 100.000 Euro im Jahr für Suchmaschinenoptimierung ausgeben, wenn man als SEO’ler nicht die Garantie geben kann, dass das Geld auch wieder herein kommt? Ehrlich gesagt, ich würde das vermutlich auch nicht tun, obwohl ich in der Branche tätig bin.

Ich beobachte die SEO-Szene schon eine ganze Weile und ich muss feststellen, dass viele Kollegen Summen aufrufen, die nicht nur unverschämt, sondern auch utopisch sind. Google hat nun mal das Monopol auf die Platzierung und die Jungs aus den Staaten werden ihr Geheimnis wohl hüten, damit sie mit ihrer Politik weiter Geld verdienen. Dies ist vollkommen legitim (ich würde es auch so machen).

Also was tut man, wenn man das Geheimnis nicht kennt? Genau! Man versucht wie man das ganze Ding austricksen kann. Früher hat man einfach für die Suchmaschinen z.B. weißen Text mit Keywords auf einem weißem Hintergrund eingebaut. Dies funktionierte eine Zeit lang, bis Google dahinter kam. Dann hat man sich tausende von Backlinks besorgt, damit die Suchmaschine die Webseite möglichst weit vorne platziert. Da kam Google auch drauf. Nun haben einige “Schlaue” Keywords in das Stylesheet gepackt. Und Sie ahnen es schon, Google hat es bemerkt.

Was sagt uns das?

Ganz einfach: Suchmaschinenoptimierer sind wie die Doping-Experten bei der Tour de France:
Ich entwickle ein Mittel, welches die Leistungsfähigkeit der Sportler steigert, und noch nicht verboten ist. Wenn die Doping Kontreulleure kommen und mein Geheimnis lüften, denke ich mir etwas anderes aus.

Selcuk Özkaynar
  • NiBa

    12 Aug 2008

    Richtig, mancherorts werden doch recht hohe Sätze von SEOs verlangt. Andersherum finde ich es aber noch schlimmer: bei 50 Euro fängt da die Optimierung der Webseite an … schon ein Pauschalpreis zu nennen ist – einfach mal so dahergesagt – Quatsch.

    Ich versuche Kunden immer eins klar zu machen: wenn man SEO “ordentlich” (möglichst nach G’s Richtlinien) geht es um eine langfristige Zusammenarbeit. Zeit und Mühe muss dabei (auch vom Auftraggeber) aufgebracht werden. Mit 50 Euro (oder knapp 5 Euro Stundenlohn – irgendwo gestern gelesen, ich find den Link nichtmehr) kaum seriös zu vermitteln.

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